Der Hospizgedanke

Die Geschichte der Hospizbewegung reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals war ein Hospital oder Hospitium eine kirchliche oder klösterliche Herberge für Pilger, Bedürftige, Fremde oder Kranke. Erst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte sich daraus der moderne Hospizgedanke.

Die Idee

Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, erhalten die Möglichkeit einer palliativ-medizinischen Versorgung. Palliativ kommt vom Lateinischen „pallium“ – Mantel. Wie in einen schützenden Mantel gehüllt erhalten schwerkranke und sterbende Menschen Nähe, Zuwendung sowie die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen. Es geht nicht um Lebensverlängerung oder gar Heilung. Hospize wollen den Menschen auf der letzten Wegstrecke ein Zuhause geben.

In einer Einrichtung der Palliativ- oder Hospizversorgung werden die Patientinnen und Patienten zusammen mit ihren Angehörigen mit viel Aufmerksamkeit und Sensibilität für die schwierige Situation medizinisch, pflegerisch und psychologisch begleitet und umsorgt. Es geht um ein menschenwürdiges und geborgenes Leben bis zuletzt. Menschen, die ein letztes Zuhause in einem Hospiz finden, werden als Gäste angesprochen.

Die moderne Hospizbewegung begann 1967 mit Dr. Cicely Saunders, einer Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin, die in London das erste Hospiz (lat. hospitium = Herberge) eröffnete. In Deutschland waren es vor allem die Veröffentlichungen von Elisabeth Kübler-Ross, die das Thema Sterben ins öffentliche Bewusstsein rückten. Zunächst entstanden ambulante Hospizdienste, die die Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in ihrer häuslichen Umgebung übernahmen. Die ersten stationären Einrichtungen wurden 1983 in Köln und 1986 in Aachen eröffnet.

Hospizversorgung heute

Auch im Diakonie Hospiz Woltersdorf ist es uns wichtig, schwerkranken und sterbenden Menschen ein selbstbestimmtes Lebens bis zum Schluss zu ermöglichen. Wir möchten unseren Gästen und deren Angehörigen durch persönliche Zuwendung Vertrauen, Wärme und Sicherheit geben. Viele Menschen geben uns die Rückmeldung, dass sie unser Haus, als Haus des Lebens wahrnehmen. Was Außenstehende oft nicht verstehen können: In unserem Hospiz wird jeder neue Tag als Chance und Geschenk erlebt. Lachen und Weinen, Freude und Trauer und Licht und Dunkel gehören zu unserem Hospizalltag dazu. Das Diakonie Hospiz Woltersdorf ist für viele unserer Gäste ein Zuhause auf dem letzten Weg.

In Deutschland gibt es derzeit etwa 1.500 ambulante Hospizdienste und ca. 250 stationäre Hospize für Erwachsene sowie 20 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu kommen etwa 330 Palliativstationen in Krankenhäusern, drei davon für Kinder- und Jugendliche. In der Hospizarbeit engagieren sich derzeit mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich. Wir sind dankbar für die vielen Ehrenamtliche, die auch bei uns für die uns anvertrauten Menschen unterwegs sind.

 
 
 
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