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09.11.2020

Diakonie Hospiz Woltersdorf – seit einem Jahr für die Menschen der Region da

Mehr als 140 Menschen wurden seit der Eröffnung am 8. November 2019 begleitet. Coronabedingt meldet sich das Hospiz statt mit einer Feier mit einem Videogruß zum Geburtstag.
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Pflegedienstleitung Stefanie Micklitza (rechts) stößt mit dem Team und mit Hospizgästen im Wohnzimmer auf ein Jahr Diakonie Hospiz Woltersdorf an.

Geschäftsführer Walther Seiler und Pflegedienstleitung Stefanie Micklitza mit Hund Julius auf einer Bank vor dem Hospiz.

Der Affe ist los: Geschäftsführer Walther Seiler spielt beim Besuch einer Filmtiertrainerin mit einem Affen.

Wünsche wahr machen: Besuch beim letzten Heimspiel vor Publikum beim 1. FC Union.

Hospizgast Norbert Schulz freut sich über den Besuch von Hund Balou.

Das Diakonie Hospiz Woltersdorf feiert sein einjähriges Bestehen. Am 8. November 2019 wurde das erste Hospiz der Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland feierlich eröffnet. Drei Tage später, am 11. November 2019, zogen die ersten Gäste in das Haus mit 14 Zimmern in der Schleusenstraße 46 ein. Seitdem haben mehr als 140 schwerstkranke und sterbende Menschen ein letztes Zuhause in der Einrichtung in kirchlicher und kommunaler Trägerschaft gefunden.

Trotz der großen Herausforderungen der Corona-Pandemie gelang es dem noch jungen Team, ganz für die Gäste und ihre Angehörigen da zu sein. „Wir blicken dankbar auf viele bewegende Begegnungen zurück. Wir erleben es als Vorrecht, diese besondere Aufgabe übernehmen zu dürfen. Dabei prägt uns der Leitsatz der Pionierin der Hospizarbeit, Cicely Saunders: ‚Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben‘“, sagt Geschäftsführer Walther Seiler, der die Leitung des Hauses im Dezember von Angelika Behm übernahm, die als treibende Kraft die Errichtung des Hospizes verwirklicht hatte.

Leben im Hospiz sei nicht nur von Traurigkeit und Leid geprägt, betont Pflegedienstleiterin Stefanie Micklitza: „Wir begleiten Menschen im Sterben und geben ihnen zugleich Hilfe zum Leben.“ Jahreszeitliche Feste, Kunst- und Musiktherapie, Seelsorge und der wöchentliche Hundebesuchsdienst gehörten trotz Besuchseinschränkungen und strenger Hygienevorschriften ebenso zu den Angeboten wie die medizinische Versorgung durch Palliativärztinnen und -ärzte, Physiotherapie oder Aromaanwendungen.

Gäste entscheiden selbst über ihren Tagesablauf


„Die Gäste entscheiden selbst, wie ihr Tag verläuft. Wir versuchen, bestmöglich auf ihre Bedürfnisse einzugehen und legen großen Wert auf die Eigenständigkeit der uns anvertrauten Menschen“, erläutert Stefanie Micklitza.

So konnte ein Gast im März, kurz vor dem ersten Lockdown, in Begleitung einer Pflegekraft und eines Freundes das letzte Heimspiel des 1. FC Union Berlin vor Zuschauern in der Alten Försterei sehen. Anlässlich der Brandenburger Hospizwoche im Juni spendeten Künstlerinnen und Künstler per Video Lieder und Grußbotschaften für ein virtuelles Konzert – darunter Liedermacher Konstantin Wecker sowie Schirmherr und Arzt Prof. Dietrich Grönemeyer. Im September besuchte eine Filmtiertrainerin das Hospiz mit Polarfuchs, Affe, Schwein, Hund und Katze. Und jede Woche kommen die Besuchshunde Luke und Balou, um die Gäste zu erfreuen.

Ein wichtiger Baustein der Hospizarbeit ist die Kooperation mit den beiden ambulanten Hospizdiensten in Strausberg und Fürstenwalde. „Wir sind sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit. Ehrenamtliche begleiten unsere Gäste und engagieren sich im Alltag, um Nähe und Zuwendung zu schenken – sei es durch Zuhören und Reden oder durch Musik und Kunst, die unser Haus bereichern“, erläutert Ehrenamtskoordinatorin Angelika Odening.

Dankbare Angehörige


Wie sehr auch die Angehörigen die Hospizarbeit schätzen, ist im Erinnerungsbuch des Hauses zu lesen. Hier hinterlassen sie Gedanken an ihre Lieben. Oder sie bringen ihre Dankbarkeit, ihr Aufatmen aufgrund der erfahrenen Hilfe, aber auch ihre Bewunderung für die Arbeit des Hospizteams zum Ausdruck.

Treuester Begleiter der Hospizarbeit war auch im ersten Jahr seit der Eröffnung der Förderverein „Polarstern“. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatten engagierte Pflegekräfte die Idee, ein Hospiz in der Region aufzubauen und gründeten den Hospizverein. Seither sammeln die Vereinsmitglieder um die Vorsitzende Daniela Wraske unter anderem fleißig Spenden. Denn nicht nur für den Aufbau des Hospizes, sondern auch für das Betreiben der Einrichtung sind Spenden unerlässlich.

„Für unsere Gäste ist der Aufenthalt im Hospiz kostenfrei. 95 Prozent der Kosten trägt die jeweilige Kranken- und Pflegekasse. Den Rest müssen wir durch Spenden einwerben. Jedes Jahr benötigen wir nahezu 100.000 Euro Spenden“, erklärt Walther Seiler.

Videogruß statt Feier


Da die geplante Feier zum ersten Geburtstag des Hauses pandemiebedingt leider nicht stattfinden kann, hat das Hospiz auf seiner Homepage einen kleinen Videoclip über seine Arbeit eingestellt: https://diakonie-hospiz-woltersdorf.de/mediathek/videos/. „Wir freuen uns sehr, wenn Menschen sich durch den Film dazu anregen lassen, die wichtige Hospizarbeit zu unterstützen. Wir sind dankbar über jeden Beitrag. Die Spenden kommen zu 100 Prozent unseren Gästen zugute“, so Seiler.

So sollen im nächsten Sommer die Terrassen vor den 14 Gästezimmern Sonnenschirme erhalten. Im Garten ist ein Hühnergehege geplant. Im Haus und im Garten des Hospizes soll es nach der Pandemie kulturelle Veranstaltungen auch für die Öffentlichkeit geben.

Informationen zum Hospiz


Wer nach einem Hospizplatz sucht oder sich über die Arbeit des Hospizes informieren möchte, kann sich im Internet unter https://diakonie-hospiz-woltersdorf.de oder telefonisch unter 03362 88969-10 im Hospiz erkundigen.

 
 
 
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